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Ich erinnere mich noch gut, wie ich als Studentin auf dem Sofa saß und für das Fach Entwicklungspsychologie lernte. Dabei musste ich häufig lachen, weil die Experimente, die Jean Piaget mit Kindern gemacht hatte, auf eine Erwachsene sehr lustig wirkten. Erwachsen?! War ich das oder lediglich ausgewachsen? Jedenfalls wunderte ich mich damals – am Ende des Lehrbuchs angekommen – dass es bei Experimenten mit Kindern und Jugendlichen blieb. Kommt denn danach nichts mehr?

Die Frage blieb unbeantwortet im Kopf und tauchte wieder auf, als ich im Arbeitsleben die unterschiedlichen Herangehensweisen von Führungskräften beobachten konnte: Manch einer war aufgeregt, der andere strahlte Gelassenheit aus, obwohl alle eine vergleichbare Position innehatten.

Und wieder etliche Jahre später fand ich im Internet einen interessanten Artikel. Ich las ihn, verstand nicht alles, wusste aber dennoch: Das ist es, was ich die ganze Zeit gesucht hatte. Daraufhin wurde ein Englisch-Lehrer engagiert, mit dem ich meine Sprachkenntnisse verbessern konnte, ich recherchierte weiter im Internet nach anderen Veröffentlichungen und fand einiges, auch Weiterbildungsangebote. Nun gab es kein Halten mehr: Ich reiste in die USA und nach Groß Britannien, auf Kongresse und zu Aus- und Weiterbildungen, ich verschlang Bücher und Artikel und bin seitdem infiziert vom „Entwicklungsvirus“.

In der Tat können wir uns innerlich weiter entwickeln, auch nach dem Ausreifen des Gehirns. Mir ist inzwischen sehr viel über die Unterschiede zwischen Menschen klar, ich verstehe mich selber besser, sehe mein Aufwachsen und die Entwicklungsstufen, die ich im Laufe der Jahre durchlaufen habe. Manche Schritte waren langwierig und schmerzhaft, andere unkomplizierter. Nach meinem heutigen Kenntnisstand war ich als Studentin auf der ersten Erwachsenen-Stufe. (Mir war wohl intuitiv klar, dass da noch mehr möglich war.)

Sollte ich Sie ein wenig angesteckt haben mit dem „Entwicklungs-Virus“, dann sehen wir uns vielleicht wieder auf diesen Seiten?!

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