Persönlichkeitsentwicklung: sich verändern (5)

Ein anderes Verhalten zeigen

Unser Veränderungsprojekt geht in die heiße Phase. In der Natur gibt es ständig Veränderung, deshalb sind die Jahreszeiten unsere Begleitung. Wir gehen langsam in die Sommerphase und mit der Veränderung wechseln wir von der Vorbereitung in die Umsetzungsphase.

Obwohl es in all den vorangegangenen Texten um die Vorbereitung einer Veränderung ging, passiert die Veränderung natürlich bereits. Im letzten Abschnitt (4) sprachen wir noch darüber, dass wir uns Hilfe holen können und für Unterstützung sorgen sollten, da es schwierig sein kann, das eigene Verhalten zu verändern. Auch darum wir es diesmal gehen.

Für die Umsetzung unseres Vorhabens gehen wir den üblichen Weg: Was ist unsere momentane Situation, der Ist-Zustand? Was möchten wir erreichen, was wird also der Soll-Zustand sein? Die Lücke zwischen beiden Zuständen muss dann gefüllt werden. Die Herausforderung wird dabei die Innenschau sein; es gibt keine oder nicht viele objektive Kriterien und Maßstäbe. Es geht um unser Verhalten, Gedanken, Glaubenssätze etc.

der aktuelle Zustand
Ist-Zustand

Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftdruck: der Ist -Zustand

In diesem Text machen wir den ersten und zweiten Schritt, Ist- und Soll-Zustand anschauen. In welchem Bereich möchten Sie etwas verändern? Das wird nun genau beobachtet: Was tue ich, welche Konsequenzen hat es. Wie sieht der momentane Zustand aus in meinem Leben?

Beispiel: Ich möchte mich häufiger bewegen, vielleicht Sport machen. Was hindert mich daran, zum Sport zu gehen oder mich mehr zu bewegen? Wir betrachten die aktuelle Situation:  Ich arbeite sehr lange, dann bin ich müde und energielos. Oder: Es gibt so viel zu tun zuhause; wenn ich keine Aufgaben sehe, kommt ein Familienmitglied mit einem Auftrag an und ich habe wieder etwas zu erledigen. Als Konsequenz werkele ich solange, bis meine Motivation unterwandert ist oder es zu spät ist ins Sportstudio zu gehen. Der Ist-Zustand in diesem Beispiel (mehr Sport machen) ist also der, dass ich zwar gute Vorsätze habe, die aber immer wieder unterwandert werden.

Zielsuche
der Soll-Zustand

Urlaubsplanung oder der Soll-Zustand

Es heißt ja, viele Menschen planen ihren Urlaub gründlicher als ihr Leben. Das machen wir anders. Um in dem Sport-Beispiel zu bleiben, können wir uns folgendes vorstellen als unser Ziel: Einmal in der Woche möchte ich ins Sportstudio gehen und zweimal zusätzlich mich bewegen, z.B. laufen statt Auto fahren oder spazieren gehen statt fern zu sehen. Oder den Rasen mähen statt Arbeit mit nach Hause zu bringen. Ich möchte flexibel sein können, daher habe ich verschiedene Lösungswege hier genannt.

sich selber lieben
Selbstliebe

Es wird heiß: Ehrlichkeit und Wahrheitssuche

Die ersten warmen Tage laden ein zu einem Ausruhen im Garten oder auf dem Balkon. Das können wir nutzen, um unser Verhalten zu analysieren. Zunächst brauchen wir die Beobachtungen, wann was (nicht) passiert im Bereich des Veränderungsvorhabens wie bereits im Abschnitt ‚Ist-Zustand‘ beschrieben. Dafür benötigen wir Ehrlichkeit und den Wunsch, der Wahrheit auf die Spur zu kommen – so gut es geht. Es geht um unser Verhalten, aber auch darum, im Vorhaben weiter zu kommen. Also lügen wir uns nicht in die eigene Tasche sondern sind der Wahrheit auf der Spur. Dabei dürfen wir nicht vergessen: Wir sind nett zu uns selber und unterstützen uns wohlwollend. Der innere Kritiker darf in Urlaub gehen.

 

Erfrischend und neu

Das sind also die ersten Schritte in der Umsetzung unseres Veränderungsprojektes: das Festhalten des aktuellen Verhaltens und die Planung des Wunschverhaltens. Im nächsten Text wird es dann darum gehen, die Lücke zwischen beiden Schritten zu füllen. Der Sommer wird uns also ein neues, frisches Verhalten bringen, Altes wird weggespült.

Dr. Beate Klutmann

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