Persönlichkeitsentwicklung: sich verändern (4)

Sein Sie nett zu sich

Wir sind dabei, ein Veränderungsprojekt zu planen und lassen uns von den Jahreszeiten begleiten. Bisher haben wir altes Verhalten verabschiedet, für neues Platz geschaffen und nun heißt es, den Frühling zu genießen! Auch das gehört in die Planungsphase.

Frühlingsfrisch und haltbar

Nett zu sich sein, muss eingeplant werden, denn Veränderungen sind schwierig. Was ist damit gemeint und wie kann es gehen? Shopping gehen oder 5 Bier kippen ist gerade nicht gemeint, da es nur kurzfristige Wirkung hat. Wir brauchen etwas Haltbares! Gewohnheiten und Vertrautes sind quasi belohnend. Neues und Unbekanntes bringen Verunsicherung; man weiß nicht, was auf einen zukommt und wie es einem damit geht. Deshalb ist es wichtig, liebevoll und geduldig vorzugehen. Nehmen wir uns zwei wichtige Aktivitäten in einem Veränderungsprojekt vor: das eigene Verhalten beobachten und dabei ehrlich sein.

sich sehen können
sich selber beobachten

Beobachtung und Wahrheitssuche

Unser Verhalten steht im Mittelpunkt; wir treffen Vorsorge und beobachten den Verlauf, um daraus zu lernen.

  • Wie habe ich mich früher verhalten?
  • Was tue ich jetzt gerade?
  • Welche Konsequenzen hat es?

Und es ist für den Veränderungsprozess wichtig ehrlich zu sich selber zu sein und sich die richtigen Fragen zu stellen, z.B.:

  • Wo genau kommt mein Schmerz / Ärger her?
  • Wie sind hier die Hintergründe?
  • Der andere war gerade so aggressiv, habe ich ihn verärgert?
  • Was genau ist meine Intention, wenn ich mich so und so verhalte?

Sie bringen frühlingsfrische Luft in den Kopf dadurch, aber sich selber hinterfragen ist nicht jedermanns Sache.

Sich selber helfen

Sie wissen, dass Sie immer Ihr Bestes geben – so wie es zu dem Zeitpunkt gerade möglich war. Schenken Sie sich also Unterstützung, so als würden Sie einen guten Freund betrachten und beraten. Gehen Sie Ihre Veränderung in kleinen Baby-Schritten vor, jeden Tag einen kleinen Schritt, dann können Sie am Ende des Jahres stolz darauf sein, 365 Schritte in eine neue Richtig gegangen zu sein. Vielleicht ist eine Ruhepause zwischendurch gut – ein Besuch im Straßen-Café, die Frühlingssonne genießen und durchatmen!

Diese Ehrlichkeit, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, ist nicht immer angenehm. Das braucht ein Gegengewicht: Liebe, Akzeptanz, Wertschätzung, die man sich selber gibt, Selbstmitgefühl und Verständnis für das, was man dann herausfindet.

sich liebevoll sehen
sich sehen und wertschätzen

Hilfe holen

Wo und wie bekommen Sie Unterstützung, wenn Ihr Projekt einmal holprig verläuft oder gar nicht weiter geht? Man kann Hilfe annehmen von Kollegen, Freunden, der Familie, Profis und so weiter. Kein Gesetz besagt, dass Sie alles alleine stemmen müssen. Man kann Trost in kleinen Dingen finden (Frühjahrsblumen, spielende Kinder, ein Mensch, der Ihnen zulächelt…). Oft achten wir gar nicht auf diese Kleinigkeiten und doch bringen Sie Freude und Wärme in unser Leben.

sich helfen lassen
sich Hilfe holen

Und: Respektieren Sie die Gegebenheiten Ihres Körpers und Ihrer Seele. Manchmal geht es nicht weiter, weil man müde ist. Zeit eine Pause zu machen, ohne das Projekt gleich aufzugeben.

Für das Herz

Eine weitere Möglichkeit des liebevollen Umgangs mit sich selber ist eine Herzmeditation. Es dauert nicht lange, und alles, was Sie dazu brauchen, sind einige Minuten Zeit und Ihre Vorstellungskraft:

Setzen Sie sich mit geradem Rücken hin, die Füße möglichst flach auf dem Boden. Legen Sie Ihre Hände auf den Brustraum in Höhe des Herzens oder über Ihr Herz. Atmen Sie tief ein und genießen Sie die Wärme der Hände. Nach einigen Atemzügen stellen Sie sich vor, Sie atmen ein und aus durch Ihr Herz (als wäre es Ihre Nase). Atmen Sie tief und ruhig ‚durch Ihr Herz‘ ein und aus. Danach stellen Sie sich vor, dass Sie Liebe einatmen und Stress ablassen beim ausatmen, Liebe einatmen, Stress loslassen. Nach einigen Atemzügen kommen Sie wieder in die Realität zurück. Sie sind gestärkt für den nächsten Schritt.

Selbstliebe

Dr. Beate Klutmann

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