Persönlichkeitsentwicklung: sich verändern (3)

etwas Neues

Platz für Neues

Sie möchten Ihr Verhalten ändern und haben festgestellt, dass das nicht so einfach ist. Für Sie ist diese Serie gedacht! In den ersten Folgen wurde ausgeführt, dass eine Veränderung Zeit und eine sorgfältige Vorbereitung benötigt und dass man zunächst „das Alte“ ziehen lassen muss. Das frühere Verhalten war nützlich auf irgendeine Weise; man hat lieb gewonnene Gewohnheiten. Die sind nun aber nicht mehr gefragt. Etwas Neues wird gewünscht. Das ähnelt der Frühjahrsarbeit im Garten.

aussäen
neues Leben entsteht
Im Frühjahr erwacht alles zu neuem Leben

In einem Garten werden trockene Zweige entfernt und die Erde umgegraben. Im sonstigen Leben haben wir Platz gemacht für neues Verhalten. Zunächst gibt es mehrere Fragen, um die Situation zu klären:

  • Was ist Ihr Motiv hinter dem Wunsch nach etwas anderem?
  • Gab es einen Impuls, der den Wunsch nach Veränderung auslöste?
  • Wie ist Ihre jetzige Situation und was genau soll geändert werden?

Das könnte Ihnen helfen, sich die Zukunft auszumalen. Wie soll Ihr Garten einmal aussehen – oder was wünschen Sie sich für Ihr Leben? Bei der Formulierung eines Zieles, empfehle ich, zwei Punkte zu beachten: Das Ziel wird in der Gegenwart und positiv formuliert. Was heißt das? Sie benennen, was ist, nicht was Sie sich wünschen oder was sein sollte. Also statt „Ich möchte mehr Sport machen“ formulieren Sie lieber „Ich mache mehr Sport“.

‚Positiv formuliert‘ bedeutet ohne Verneinung. Wir können uns viel besser auf eine Sache konzentrieren als auf die Verneinung dieser Angelegenheit. „Ich möchte weniger Schokolade essen“ sagt nichts darüber aus, wie Ihr neues Verhalten genau aussehen soll (lieber „Ich esse zweimal am Tag Obst essen.“). Verbote sind auch nicht so attraktiv. Statt „Ich werde nicht mehr rauchen“ könnte man formulieren: „Ich spare das Zigaretten-Geld für eine besondere Reise.“

Neues braucht Raum
Vorbereitungen
Umgraben, zurückschneiden, aussähen

Ein Garten wird im Frühjahr vorbereitet, unser Veränderungsprozess ebenso. Mit welchen Arbeiten bereite ich mein Veränderungsprojekt vor? Man kann Informationen sammeln, die zu der neuen Sachlage passen. Veränderung beginnt mit einer anderen Wahrnehmung. Indem wir uns mit dem gewünschten Zustand auseinander setzen, finden erste Veränderungen in unseren Einstellungen und Meinungen statt.

Fühlen Sie sich in die neue Situation hinein: Was werden Sie empfinden, wenn es soweit ist? Mit Hilfe Ihrer Fantasie können Sie sich ihre neue Situation schon mal vorstellen. Wir können uns noch weiter mental einstimmen, indem wir gedanklich das neue Verhalten in unsere Routinen einbauen. Es wird dann so wie Zähne putzen oder den Einkauf für die Woche erledigen. Stellen Sie sich vor, wie Ihr neues Verhalten aussehen wird, im Detail! (Wie werden Sie z.B. vorgehen, wenn Ihr Ziel ist, öfter ein schwieriges Gespräch mit XY zu führen? Es wird noch nicht durchgeführt, Sie machen nur mal ein paar Pläne dafür.)

Man kann sich auch schon Gelegenheiten suchen, in denen man das neue Verhalten zeigen könnte. Einige Situationen sucht man häufiger auf, andere weniger. Beispielsweise: Ich ernähre mich gesund. Dann plane ich einen wöchentlichen Besuch auf dem Markt ein, wo es so tolle Obst- und Gemüse-Stände gibt. Dafür vermeide ich den Besuch der Imbissbude mit meinen Kumpels, weil dort die Pommes zu verlockend sind.

müde im Frühjahr
Alle sind frühjahrsmüde
Rechnen Sie mit Frühjahrsmüdigkeit

Der Winter geht, der Körper ist noch nicht völlig auf die neue Jahreszeit eingestellt. Wir sind nicht immer gleichermaßen motiviert und energiegeladen. Machen Sie vorsichtshalber Ihr Projekt verbindlich, indem Sie eine Art Vertrag mit sich selber ausmachen. Sie gehen eine Verpflichtung ein und schreiben auf, was Sie sich vorab überlegt haben. „Mein Ziel: ……, dazu benötige ich………. Folgendes stelle ich mir dazu vor: ……..“. Die Ideen vom vorigen Kapitel helfen Ihnen dabei.

Sie schaffen für sich selber noch eine weitere Verbindlichkeit, wenn Sie Ihr Vorhaben öffentlich machen. Sie erzählen Menschen, die Ihnen wohl gesonnen sind, welche Veränderungen Sie in Ihrem Leben einplanen. Damit erhalten Sie einen Spiegel oder einen Korrektor, denn der Freund wird Sie auf Ihre Pläne ansprechen.

Ein unbekannter Autor sagte mal: „Die Dinge, die man falsch gemacht hat, bereut man nicht so sehr, wie die, die man erst gar nicht versucht hat.“ In diesem Sinne wünsche ich weiterhin gutes Gelingen mit dem Veränderungsprojekt, im Garten und im Leben.

Man braucht gutes Werkzeug

Dr. Beate Klutmann

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